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Überregionales Traumazentrum: BG-Unfallklinik Ludwigshafen

Die BG-Klinik zählt zu den sechs größten überregionalen Traumazentren in Deutschland und bietet damit exzellente Bedingungen, um schwerletzte Patienten nach allen Regeln der ärztlichen Kunst zu behandeln. Führende Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie initiierten vor sechs Jahren den Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes aus Traumazentren, um die Qualität bei der Versorgung von Schwerletzten zu verbessern und zu sichern. Insbesondere Professor Wentzensen (ehemaliger Ärztliche Direktor der BG-Unfallklinik Ludwigshafen), hat sich stark für ein solches Netzwerk eingesetzt. Im Folgenden finden Sie Informationen zu den Hintergründen von Traumazentren und Traumanetzwerken.
Unfälle führen in der Todesursachenstatistik
Etwa 30.000 Menschen erleiden pro Jahr in unserem Land ein Polytrauma und vergleichbar viele Patienten benötigen zudem eine Behandlung in einem Schockraum; der Tod durch Trauma ist in Deutschland die häufigste Todesursache der unter 45-Jährigen und noch immer gehen mehr Lebensjahre durch Unfälle verloren, als durch Krebs und Herzkreislauf-Versagen zusammen.
Rettungswesen mit sehr gutem Ruf, aber geografischen Unterschieden
Das Rettungswesen in Deutschland gilt weltweit als vorbildlich. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Qualität der Schwerverletzten-Versorgung regional variiert, wie Daten des statistischen Bundesamtes und Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie belegen. Ein Grund dafür sind Unterschiede in der Infrastruktur und Geografie der Regionen - in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern versorgt ein Krankenhaus eine Fläche von 4634 Quadratkilometern, eine Klinik in Rheinland-Pfalz hingegen nur 1653 Quadratkilometer. Ein anderer Grund liegt in unterschiedlichen Behandlungskonzepten und Ausstattungen der Einrichtungen, die an der Versorgung von Schwerverletzten beteiligt sind - eine Umfrage der DGU unter 51 Krankenhäusern ergab, dass 14 Prozent der Häuser im Schockraum keine radiologische Diagnostik und 23 Prozent keine Ultraschall-Diagnostik besaßen. Nicht jede Klinik kann einen Schwerverletzten optimal behandeln, denn die dafür notwendige Ausstattung ist kostenintensiv und das Personal muss qualifiziert und regelmäßig trainiert werden.
Bundesweites Traumanetzwerk basiert auf Weißbuch mit Empfehlungen: Wie soll es sein?
Im Jahr 2004 rief die DGU die Initiative für ein bundesweites Traumanetzwerk ins Leben, verbunden mit dem Ziel, die Qualität der Schwerverletzten-Versorgung in Deutschland auf ein einheitliches und flächendeckend hohes Niveau zu bringen, sowohl den Teil bis zur Einlieferung in die Klinik als auch in den Kliniken selbst.
Als Grundlage dient ein Weißbuch, das - ebenfalls von der DGU herausgegeben - definiert, welche strukturellen und personellen Voraussetzungen nötig sind, um schwerletzte Patienten überall optimal zu behandeln. Im Weißbuch finden sich die Kriterien zur personellen Ausstattung (welche Ärzte müssen vor Ort sein, welches Personal, wie muss es trainiert und geschult sein), zur räumlichen Ausstattung (wie schnell kann das CT-Gerät erreicht werden) und zur apparativen Ausstattung (welche diagnostischen Möglichkeiten bestehen, sind Röntgen und Sonografie-Geräte vor Ort, welche Siebe für Notoperationen gibt es, etc.).
Regionale Traumanetzwerke
Das bundesweite Traumanetzwerk besteht aus regionalen Netzwerken. In Rheinland-Pfalz gibt es zum Beispiel die Traumanetzwerke Vorderpfalz, Westpfalz, Rheinhessen, etc. Angrenzend in Baden-Württemberg gibt es das Traumanetzwerk Kurpfalz. Mittelfristig ist für die Metropolregion Rhein-
Neckar die Zusammenlegung der Traumanetzwerke Vorderpfalz und Kurpfalz geplant.
Traumazentren gestaffelt nach Versorgungsstufen
Innerhalb eines Traumazentrums gibt es drei Versorgungsstufen: Lokale, regionale und überregionale Traumazentren, die sich in ihren Ausstattungsmerkmalen unterscheiden. Die BG-Unfallklinik Ludwigshafen ist das einzige überregionale Traumazentrum im Traumanetzwerk Vorderpfalz.
Worauf kommt es an?
Um die hohe Qualität der Erstversorgung von Schwerverletzten am Unfallort und in der Klinik zu sichern und weiter zu verbessern, ist es wichtig, möglichst viele Mitarbeiter nach standardisierten, etablierten Ausbildungskonzepten zu schulen (z. B. ATLS®). In der BG-Unfallklinik Ludwigshafen sind fast alle Ober- und Fachärzte aus der Unfallchirurgie und der Anästhesie sowie viele Assistenzärzte nach ATLS® geschult. Dies ist insbesondere für die gute Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen entscheidend (Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Anästhesie, Allgemeinchirurgie, Urologie, HNO etc.). Das schnelle Erkennen des Verletzungsmusters und zügige Durchführen der akut notwendigen Behandlungen kommt dann dem Patienten zugute.


