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Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen

Sie befinden sich hier: Unsere KlinikKlinikbereicheHand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie - Schwerbrandverletzten-ZentrumForschung › Composite Tissue Allotransplantation 2

Forschungsgruppe "Composite Tissue Allotransplantation 2"

Koordination

  • Dr. med. Christian A. Radu

Zielsetzung

Der Verlust einer Extremität oder eines Körperteils durch Trauma, Infektionen oder Tumor ist ein schwerwiegendes Ereignis. Für den Betroffenen bedeutet dies einen erheblichen Funktionsausfall, eine stigmatisierende Deformität, eine Veränderung der beruflichen und sozialen Integration sowie eine erhebliche psychische Belastung. Der Versuch, Körperteile mit autologem (körpereigenem) oder allogenem (gleiche Spezies, anderes Individuum) Gewebe nach traumatischer Schädigung, onkologischem Defekt, Verbrennung oder entstellender Infektion wiederherzustellen, weist eine lange Geschichte auf.

Erst die immunologischen und mikrochirurgischen Fortschritte des 20. Jahrhunderts halfen, die allogene Transplantation verschiedener Organe klinische Realität werden zu lassen. Anders als bei Organtransplantationen werden im Rahmen der Composite Tissue Allotransplantation verschiedene Gewebearten, wie Haut, Muskeln, Fett, Sehnen, Knochen und Knochenmark, mit unterschiedlicher Immunogenität transplantiert.

1998 erfolgte in Lyon, Frankreich die erste allogene Transplantation einer menschliche Hand (“Composite Tissue Allotransplantation“). Dieser folgten in den letzten 11 Jahren weltweit ca. 50 weitere allogene Hand-Transplantationen. Entgegen den Erwartungen der meisten Immunologen zeigten die ersten erfolgreichen Handtransplantationen, dass eine akute Abstoßungsreaktion durch eine Standardimmunsuppression, wie sie auch bei Organtransplantationen zur Anwendung kommt, bei Composite Tissue Allotransplantationen verhindert werden kann. Dennoch verbleibt ein erhebliches Risiko aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen der Immunsuppressiva, welches durch die Induktion von Toleranz des Empfängers gegenüber dem Transplantat entfallen würde.

Die Durchführung der ersten erfolgreichen klinischen Handtransplantationen beim Menschen hat ein neues Forschungsgebiet aufgetan. Dieses neue Feld der Composite Tissue Allotransplantation eröffnet viele Fragen die noch nicht oder erst zum Teil beantwortet wurden.

Unsere Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt neue immunsuppressive Therapien in der Composite Tissue Allotransplantation zu erforschen, um daraus verbesserte Therapieoptionen abzuleiten, die mit weniger Nebenwirkungen für die Patienten einhergehen. Als endgültiges Ziel ist hierbei die Induktion von spenderspezifischer Toleranz zu nennen. Toleranz ist definiert als spenderspezifische immunologische Akzeptanz bei erhaltener Immunkompetenz gegenüber einem dritten Organismus. Immunsuppressiva wären überflüssig und das Langzeitüberleben eines Transplantates wäre ohne deren Nebenwirkungen möglich.

Projekte

Mitarbeiter

  • Prof. Dr. med. M. M. Gebhard
  • Dr. med. E. Koellensperger
  • Dr. med. M. Rebel
  • M.Sc. C. Kleist
  • cand. med. J. Kiefer
  • cand. med. D. Horn

Kooperationen

  • Prof. Dr. T. Terness, Transplantationsimmunologie Universität Heidelberg    Heidelberg
  • Prof. Dr. G. Germann, ETHIANUM, Klinik für Plastische, Ästhetische und Präventive Medizin Heidelberg
  • Prof. Dr. Bohrer, Pathologie Klinikum Ludwigshafen  

Publikationen

  • Radu C.A., Bosch N., Bauer T.M., Kleist Ch., Lucian J., Terness P., Opelz G., Gebhard M.M., Germann G., Baumeister S.,
    Immunosuppressive effect of tryptophan metabolites in composite tissue allotransplantation          
    Plast. Reconstr. Surg. 2007, June;119(7):2023-2028