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Fachinformationen für Ärzte
Auf dieser Seite möchten wir unseren niedergelassenen, mitbehandelnden Kollegen Informationen zu einigen Therapieverfahren geben.
Dauerdrainage:
Dies ist ein Behandlungskonzept bei einem frühen Infekt einer Osteosynthese. Die Entfernung des infizierten Osteosynthese-Materials würde in diesem Fall zur absoluten Instabilität führen. Da mit einer bleibenden chronischen Infektion auf dem Metall gerechnet werden muss, bleibt die während der Revision an die Osteosynthese gelegte Redon-Drainage liegen. Der Patient wird mit der Drainage und der angeschlossenen Vakuum-Flasche entlassen. Wir bitten die weiterbehandelnden Kollegen, die Drainage zu kontrollieren und etwa einmal wöchentlich durch Drehen zu mobilisieren. Zum vorher vereinbarten Zeitpunkt wird der Patient mit der Drainage wieder aufgenommen und die sog. Frühmetallentfernung durchgeführt. Je nach Lokalisation wird anschließend nach zumindest übungsstabiler Konsolidierung das Osteosynthese-Material entfernt und ggf. ein Cast zur externen Stabilisierung angelegt.
Punktion zum zweizeitigen Endoprothesen-Wechsel:
Vor dem Wiedereinbau einer Endoprothese führen wir in der Regel im Rahmen einer ambulanten Wiedervorstellung eine Gelenkpunktion zur mikrobiologischen Untersuchung auf Keimfreiheit durch.
Dazu ist es erforderlich, die Antibiotika-Therapie mindestens eine Woche vor dem Punktionstermin abzusetzen. Das Punktat wird 14 Tage bebrütet. Eine Wiederaufnahme findet zum vereinbarten Termin statt - unabhängig vom Punktatergebnis - entweder zum Endoprothesen-Wiedereinbau oder zur nochmaligen Revision mit Débridement und Wechsel des Antibiotika-Trägers.
Fixateure:
Der Patient wird vor Entlassung wenn möglich in der Fixateur-Pflege angeleitet. Ab dem 10. postoperativen Tag sind okklusive Verbände der Pin-Eintrittstellen nicht mehr erforderlich. Hingegen müssen alle Pins täglich gereinigt werden. Wir bitten die weiterbehandelnden Kollegen, dem Patienten hierfür sterile Kompressen und ein nicht alkoholisches Schleimhaut-Antiseptikum zu verschreiben. Zur Teilbelastung kann es erforderlich sein, spezielle unter dem Fixateur mit Riemen fixierbare Übungssohlen zu rezeptieren.
Fisteln:
Fisteln stellen oft die chronisch kompensierende Form einer Osteitis dar. Solange Abfluss über eine Fistel besteht, droht meist keine Allgemeinreaktion oder gar Sepsis. Die Osteitis-Therapie mit operativer Sanierung kann so semielektiv zum vereinbarten Termin stattfinden. Dazu muss die Fistel offen gehalten werden. Auch ein Abduschen mit Leitungswasser ist dabei unbedenklich und eher angeraten!

