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Weitere Schwerpunkte
Ödemprophylaxe und -behandlung
Die Prophylaxe und Behandlung von Ödemen stellt einen wesentlichen Aspekt der frühen Behandlungsschritte dar. Zur Rückflussförderung der Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe eignen sich Techniken, die über Herzhöhe in Kombination mit Koordinationsbewegungen der Langfinger und des Daumens durchgeführt werden, wie Weben am Hochwebrahmen oder die Technik Makramee. Der Erfolg dokumentiert sich durch die Volumenmessung vor und nach der Therapie. Gilt eine Zunahme des ermittelten Volumens um 20 Milliliter bereits als signifikant für eine Schwellung, kann mit den erwähnten Techniken eine ebenso hohe und höhere Reduktion erzielt werden.
Desensibilisierungsprogramm
Infolge von Quetschverletzungen, Narben oder nach einer Stumpfbildung kann eine entstandene Übersensibilität erhebliche Probleme bereiten. Unser Desensibilisierungsprogramm wird nach der Toleranz des Patienten erstellt und verbessert nachweislich die Reaktion auf die unterschiedlichen Stimuli (Reize). Zur Desensibilisierung setzen wir unterschiedliche Materialien, Druckstäbe verschiedener Oberflächenbeschaffenheit und ein Vibrationsgerät mit differierenden Einsätzen und variabler Frequenz ein.
Schienen
Die von den Ergotherapeuten hergestellten Schienen werden aus Niedrigtemperaturkunststoffen gefertigt und individuell an die betroffene Extremität anmodelliert. Sie dienen der Ruhigstellung, verhindern Fehlstellungen und ermöglichen die frühzeitige geschützte Bewegung genähter Sehnen oder anderer anatomischer Strukturen. Korrektiv-dynamische Schienen unterstützen die therapeutischen Bemühungen außerhalb der Therapiezeiten.
Narbenbehandlung

- Anpassen einer Kompressionsbandage
Narben stellen nicht nur ein ästhetisches Problem dar. Verlaufen sie über Gelenke, können im Prozess der Reifung einer Narbe Fehlstellungen entstehen, die die Gelenkbewegung beeinträchtigen. Aus diesem Grund werden von den Ergotherapeuten spezifische Kompressionsbandagen für die betroffenen Körperteile ausgemessen und angepasst. Diese Druckbandagen führen zu einer Höhenangleichung und besseren Verschieblichkeit der Narbe oder der Narbenareale. Unterstützt wird dieser Prozess durch Silikonprodukte, die in verschiedener Form auf dem Markt erhältlich sind und teilweise in die Bandagen oder Schienen eingepasst werden.
Schmerzreduktion

- Spiegeltherapie
Bildet Schmerz ein besonderes Problem im Rehabilitationsprozess, können Kälte-Wärmeanwendungen und Bürstungen lindernd eingesetzt werden. Um Schmerzen allgemein sowie Phantomschmerzen nach Amputationsverletzungen zu verringern, ist darüber hinaus die Spiegeltherapie geeignet.
Hilfsmittel und Prothesengebrauchsschulung
Vom Tag Ihrer Aufnahme bis hin zur Entlassung richtet sich unser Augenmerk auf Einschränkungen im Bereich der Aktivitäten des täglichen Lebens, die Sie aufgrund Ihrer Verletzung oder Erkrankung vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Zu den Aktivitäten des täglichen Lebens gehören sowohl Nahrungsaufnahme, tägliche Hygiene, Fortbewegung, Schreiben, Telefonieren, Küchen- oder Hausarbeit und auch der Hobbybereich. Wir testen mit Ihnen entsprechende Hilfsmittel oder stellen sie individuell für Sie her. Dafür stehen uns eine Übungsküche, ein Übungsbad und ein Übungsauto zur Verfügung. Sie erhalten z. B. eine individuelle Rollstuhlversorgung und es werden Aktivitäten, die außerhalb der Klinik stattfinden, wie Stadttraining oder die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, durchgeführt. Falls eine prothetische Versorgung notwendig ist, bieten wir zunächst ein Einhändertraining mit den entsprechenden Hilfsmitteln und später eine Prothesengebrauchsschulung an, um Ihnen den Weg zum optimalen Einsatz zu ebnen.
