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Eine neue Dimension im OP

Seit Jahresbeginn liefern zwei hoch auflösende CT-Geräte an den BG Kliniken Ludwigshafen und Tübingen direkt im Operationssaal während des Eingriffs gestochen scharfe Bilder aus dem Inneren des menschlichen Körpers. Zusammen mit einer Navigationssoftware stellen sie dem Operateur einen dreidimensionalen Plan der Körperregion zur Verfügung. Mit Hilfe der Bildgebung können die Mediziner den Eingriff besser planen und Implantate millimetergenau setzen. Gerade bei komplizierten Eingriffen an der Wirbelsäule, am Becken oder am Kopf hilft die neue OP-Technik, Patienten sicher und schonend zu behandeln.

Die BG Kliniken Ludwigshafen und Tübingen haben Anfang des Jahres mobile Computertomographie-Geräte in ihren Operationsabteilungen installiert. Der Einsatz dieser hoch auflösenden CT-Geräte während der laufenden Operation verbessert in Verbindung mit einer Navigationssoftware die Behandlungsqualität bei anspruchsvollen chirurgischen Eingriffen. Die beiden Häuser gehören zu den ersten Kliniken in Deutschland, die dieses System für die operative Behandlung bei Traumapatienten anwenden. Der Träger der beiden Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken investierte in dieses zukunftsweisende Verfahren rund 1,2 Mio Euro je Standort. Die Bildgebung direkt im Operationssaal ermöglicht zum einen, komplexe Operationen genauer und sicherer durchzuführen. Zum anderen können die Mediziner noch während der Operation das Ergebnis des Eingriffes prüfen und bei Bedarf optimieren. Belastende Folgeoperationen können so vermieden und die Behandlungsqualität und Sicherheit für Patienten verbessert werden. An den beiden BG Kliniken kommen die intraoperativen CT-Geräte vor allem bei Patienten mit schweren Verletzungen an Becken und Wirbelsäule zum Einsatz. Von der neuen technischen OP-Ausstattung profitieren Betroffene aber auch bei der Behandlung von degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule und  bei chirurgischen Eingriffen am Gehirn und Gesichtsschädel nach Unfall oder bei Tumorentfernungen.

Hoch auflösende Aufnahmen für sicheres und genaues Operieren

Das intraoperative CT-System „Airo“ der Firma brainlab aus München bietet in Verbindung mit einer Navigationssoftware den Chirurgen die Möglichkeit, die zu operierende Körperregion mit einem hoch auflösenden CT-Scan zu erfassen und digital darzustellen. Mit Hilfe spezieller Marker werden zudem die Operationsinstrumente erfasst, so dass die Operateure am Bildschirm nicht nur ein dreidimensionales Bild der verletzten Körperregion sehen, sondern auch Lage und Winkel der chirurgischen Instrumente genau angezeigt bekommen. So kann das OP-Team Schrauben und Implantate mit einer Genauigkeit von zirka einem Millimeter platzieren. Der Vorteil des neu installierten Systems zeigt sich vor allem bei der Versorgung von Verletzungen in besonders kritischen Bereichen: „Außerordentlich hilfreich ist die Navigation mit intraoperativer CT-Bildgebung bei Verletzungen im Bereich von Wirbelsäule und Becken, wo in unmittelbarer Nähe wichtige Nervenbahnen und Gefäße verlaufen, die keinesfalls verletzt werden dürfen“, sagt der Ärztliche Direktor der BG Klinik Tübingen, Prof. Dr. Ulrich Stöckle. In anderen Fällen ist eine operative Versorgung überhaupt erst durch die präzise 3D-Bildgebung möglich: „Mit der intraoperativen CT-Kontrolle können wir auch komplexeste anatomische Herausforderungen meistern“, erläutert Prof. Dr. Paul-Alfred Grützner, Ärztlicher Direktor der BG Klinik Ludwigshafen. Dies treffe zum Beispiel bei degenerativen oder entzündlichen Vorerkrankungen der Wirbelsäule zu, etwa bei knöchernen Versteifungen der Gelenke und Wirbel bei Morbus Bechterew. Prof. Grützner: „In solchen Fällen wird eine operative Versorgung erheblich verbessert beziehungsweise überhaupt erst ermöglicht.“
Durch die genaue bildliche Darstellung und die präzise Navigation können postoperative CT-Kontrollaufnahmen und in manchen Fällen auch Folgeoperationen entfallen. Damit kann für die behandelten Patienten ein optimales Operationsergebnis mit schnellerer Genesung und langfristig besserem klinischem Ergebnis erreicht werden.

Gut integriert in den OP-Ablauf

In Ludwigshafen wurde das neue System nach einer einwöchigen Einweisung durch die Herstellerfirma Anfang Januar 2017 zum ersten Mal bei einer Operation eingesetzt. In Tübingen ist das System seit Februar in Betrieb. In aller Regel entfällt durch das intraoperative CT die postoperative Kontrollaufnahme, so dass sich die Strahlenbelastung für den Patienten durch die Anwendung der intraoperativen Computertomographie nicht erhöht.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Zum Thema: Intraoperative CT mit Navigation".

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Der Einsatz des intraoperativen CT-Gerätes im OP der BG Klinik Ludwigshafen liefert hochauflösende dreidimensionale Darstellungen der Körperregion. Dies ermöglicht den chirurgischen Teams eine sichere und schonende Behandlung auch bei komplexen Verletzungen.

 

 

  Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ute Kühnlein M.A.

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